Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung
Projektkurzbeschreibung
Bezeichnung: Sektorprogramm Wasser- und Sanitärversorgung (PROSECEAU) in Burundi
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burundi, Zentralafrika
Politischer Träger: Agentur für ländliche Wasser- und Sanitärversorgung (AHAMR), Städtischer Wasser- und Energieversorger (REGIDESO)
Gesamtlaufzeit: 2018 bis 2021 (Phase VI)
Ausgangssituation
Burundi ist reich an Wasserressourcen und verfügt über mehr als 30.000 Quellen. Die Infrastruktur zur Verteilung von Trinkwasser an die Bevölkerung ist jedoch unzureichend oder in schlechtem Zustand. In den drei unterstützten Provinzen haben 57 Prozent der Haushalte keinen Zugang zu Trinkwasser. Darüber hinaus verursacht die hohe Bevölkerungsdichte, dass ein Viertel der Wasserquellen eine Verunreinigung durch Bakterien aufweist. Aufgrund schlechter Hygienebedingungen nimmt die Wasserqualität während der Lagerung in den Haushalten weiter ab und zeigt in 75 Prozent der Fälle eine Verunreinigung mit Bakterien.
Burundi hat im Jahr 2013 die Grundsätze des Wassergesetzes und eine Strategie, die die arme Bevölkerung unterstützt, verabschiedet. Diese bleiben weiterhin in Kraft und bestimmen die Entwicklung der Wasserbranche, trotz einer politischen Krise und der Aussetzung der deutschen Zusammenarbeit mit der burundischen Regierung im Jahr 2015.
Ziel
Die Nutzung von hygienisch unbedenklichem Trinkwasser in armen städtischen und ländlichen Haushalten ist verbessert.
Vorgehensweise
Im Einklang mit dem Dezentralisierungsprozess unterstützt das Vorhaben Kommunen dabei, Entscheidungen zu Investitionen in die Wasserversorgungsinfrastruktur und die Art und Weise, in der sie betrieben werden, zu treffen.
Um die Wasserversorgung auf Dauer zu gewährleisten, stärkt das Vorhaben das finanzielle Management von Trinkwasserdienstleistern. Ziel ist, dass die Einnahmen eines Betreibers mindestens die Kosten für den Betrieb und die Wartung der Infrastruktur abdecken. Betreiber erhalten auch darin Unterstützung, über ihre Dienste Rechenschaft abzulegen.
Die Verbesserung der Trinkwasserversorgung für einkommensschwache Familien ist besonders wichtig. Das Vorhaben konzentriert sich daher auf die Trinkwasserversorgung an öffentlichen Zapfstellen, die jene Haushalte nutzen, die nicht an das Wassernetz angeschlossen sind.
Das Vorhaben richtet Schutzzonen ein, um die Qualität des Trinkwassers zu verbessern. Darüber hinaus entwickelt das Vorhaben eine Kommunikation zur Verhaltensänderung, zum Beispiel in Werbespots und Flyern. Es fördert den Bau adäquater Latrinen. Durch diese Maßnahmen soll eine Verunreinigung des Trinkwassers während der Lagerung vermieden und die Hygiene im Haushalt verbessert werden.
Wirkungen
Das 2012 verabschiedete Wasserrahmengesetz legt die Leitprinzipien für die Wasserbranche fest. Dazu gehören das Subsidiaritätsprinzip, also die Übertragung von Verantwortung auf dezentrale Strukturen, sowie das Prinzip der Nachhaltigkeit, was bedeutet, dass die Trinkwasserversorgung kostendeckend erfolgen muss.
Investitionen in die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung nehmen einen bedeutenden Platz in kommunalen Entwicklungsplänen ein, seitdem die Agentur für ländliche Wasser- und Sanitärversorgung die Kommunen bei ihrer Ausarbeitung berät. Dies hat seit 2014 zur Sanierung und zum Bau von Wassernetzen durch kommunale Planung für rund 750.000 Menschen geführt.
75 Prozent der burundischen ländlichen Gemeinden haben das von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und dem Vorhaben gemeinsam eingeführte Organisationsmodell für die Trinkwasserversorgung übernommen. Dazu gehört, dass die Kommunalverwaltungen Vereinbarungen mit Dienstleistern unterzeichnen, in denen diesen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen übertragen werden. Das Modell schreibt einen Tarif vor, der die Betriebskosten als Grundvoraussetzung für einen dauerhaften Betrieb abdeckt.